28. Dezember 2020

Ruhestand Pfarrer Kern


Ruhestand Pfarrer Kern

 

Am 31.12.2020 geht Pfarrer Kern in den Ruhestand. Den wohlverdienten Ruhestand, wie ich finde!

Und nun ist es an mir, im Namen des Presbyteriums diesen Artikel zu seinem Abschied zu schreiben. Einen Artikel über sein Wirken in der Gemeinde. Seine Bedeutung für die Gemeinde als Ganzes und jeden Einzelnen/jede Einzelne.

Die, die am kürzesten da ist schreibt über den, den am Längsten da ist. Mit großen Abstand sogar. Aber ich denke, ich hätte das Jahr gar nicht gebraucht. Denn wie wichtig Pfarrer Kern für die Gemeinde Ottweiler ist, erkennt man sehr schnell.

Was ihn nach meinem Empfinden besonders auszeichnet, ist sein enger Kontakt zu den Menschen. Egal, um wen es geht, Erhard kennt sie alle, denke ich manchmal. Und das liegt nicht nur an den vielen Jahren, die er hier ist. Nein. Ihm ist die Beziehung zu jedem Einzelnen sehr wichtig. Persönlich. Herzlich. Bestimmt können fast alle eine Geschichte mit Pfarrer Kern erzählen, wenn man sie fragt.

Stets hat er ein offenes Ohr für die Menschen. Egal, worum es geht. Sie Sorge um die Seele liegt ihm sehr am Herzen. Wenn sie in Steinbach wohnen, können sie das wohl noch besser bestätigen als alle anderen. Denn er war 30 Jahre der Pfarrer von Steinbach. In diese Fußstapfen zu treten wird nicht einfach. Aber es gab noch mehr Dinge, für die sein Herz schlägt in der Gemeinde. Sein Engagement in den Häusern im Eichenwäldchen, im Haus Bliesaue und bei der AWO war und ist unglaublich groß. Nicht nur Gottesdienst hielt er mit großer Regelmäßigkeit dort. Gerade in den Häusern im Eichenwäldchen gab es noch viel mehr. Der Chor ist wirklich etwas Besonderes. Und natürlich sind es wieder die Menschen, die ihm besonders am Herzen liegen. Ich wage zu sagen, dass es umgekehrt auch der Fall ist.

Ohne den Pfarrer Kern hätte unsere Gemeinde sicherlich auch keinen Gemeindebrief. Sein Herzblut steckt in jedem einzelnen Gemeindebrief. Unglaublich viele Tage und Stunden Arbeit.

Das erste richtige Gespräch hatte ich mit dem Kollegen im August letzten Jahres. Ich war gewählt, hatte den Dienst aber noch nicht begonnen. Es war ein erstes Treffen der drei neuen Kollegen, um zu besprechen wie die kommenden Wochen laufen sollten. Vor allem der Predigtplan stand auf der Tagesordnung. Ich war nervös, muss ich zugeben. Wenn ein Kollege schon so lange da ist, ist es oft anfangs nicht leicht. Dinge sind in all den Jahren sehr fest gewachsen. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Denn der Kollege war von Anfang an frei davon, auf bestimmten Dingen zu beharren oder etwas für unumstößlich zu halten. Gerade die Offenheit auch für die neuen Dinge, die eine neue Kollegin mitbringt, habe ich sehr geschätzt. Ich bewundere es, dass ein Pfarrer nach so vielen Jahren immer noch bereit und flexibel genug ist, Veränderungen nicht nur mit zu tragen, sondern auch gut zu finden.

Das Wichtigste sind die Beziehungen. So habe ich Erhard Kern auch selbst erlebt. Egal, wobei. Im Gottesdienst genauso wie zum Beispiel im Presbyterium. Gab es dort mal hitzige Diskussionen, war er der Vermittler. Er ist der gute Geist der Gemeinde.

Sicher könnte ich noch ganz viele Dinge hier aufzählen. So wie ihnen sicher noch hunderte größerer und kleinerer Geschichten und Erlebnisse einfallen. Oder Dinge, die der Kollege gemacht hat, die ich ihrer Meinung nach unbedingt hätte erwähnen sollen. Bestimmt haben sie Recht. Aber wenn ich wirklich alles aufschreiben wollte, wäre der Gemeindebrief wohl kaum lang genug…

Wenn Pfarrer Kern nun in wenigen Wochen in Pension geht, hinterlässt dies eine große Lücke in der Gemeinde, die sich nicht so schnell schließen wird!

 

Für das Presbyterium

Christina Wochnik





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