20. Oktober 2021

Ringvorlesung zum jüdischen Leben in Deutschland


Eine Ringvorlesung auf den Spuren jüdischen Lebens in Deutschland startet am Mittwoch, 27. Oktober, um 18.30. Sie wird veranstaltet von der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes und der Fachrichtung Ev. Theologie der Universität zusammen mit der Stadt Saarbrücken.

Die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes (CJAS) und die Fachrichtung Evangelische Theologie der Universität des Saarlandes veranstalten in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Saarbrücken eine Ringvorlesung, die verschiedene Seiten der jüdisch-christlichen Beziehungen in Deutschland beleuchten wird. Die öffentliche Vortragsreihe mit dem Titel „Nebeneinander – gegeneinander – miteinander. Juden und Christen in Deutschland“ findet ab dem 27. Oktober jeweils mittwochs um 18.30 Uhr statt.

Die Vorträge werden die jüdisch-christliche Konfliktgeschichte, aber auch gelungene Beispiele des Miteinanders als Vorbilder und Anknüpfungspunkte für eine gemeinsame Zukunft in den Blick nehmen. Es werden Entwicklungen in der christlichen Theologie vorgestellt, die jüdische Traditionen konstruktiv aufgreifen, und darauf reagierende jüdische Stimmen zu Wort kommen.

Hintergrund der Vorlesungsreihe ist das diesjährige Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Am 11. Dezember 321 erlaubte der römische Kaiser Konstantin den Kölner Ratsherren durch ein Dekret, Juden in den Rat der Stadt zu berufen. Das Dekret gilt als Beleg dafür, dass seit mindestens 1700 Jahren Jüdinnen und Juden auf dem Territorium des heutigen Deutschlands leben. Um an diese lange Geschichte zu erinnern und sie zu reflektieren, gründete sich 2018 der Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, der Aktivitäten zu dem Jubiläum koordiniert.
 
Die Vorträge finden ab dem 27. Oktober immer mittwochs um 18.30 Uhr statt. Den Eröffnungsvortrag im Festsaal des Rathauses St. Johann (Rathausplatz) hält Prof. Dr. Herbert Jochum (CJAS) zum Thema „Ecclesia und Synagoga. Das Judentum in der christlichen Kunst (9. - 20. Jh.)“. Alle weiteren Veranstaltungen finden im Lesecafé der Stadtbibliothek Saarbrücken (Gustav-Regler-Platz 1) statt.

Die Teilnahme an den Vorträgen ist nur nach vorheriger Anmeldung beim Sekretariat der Fachrichtung Evangelische Theologie möglich: per E-Mail: ev.theol@mx.uni-saarland.de oder telefonisch: 0681 302-2349.
Es gilt die 3G-Regel. Im Veranstaltungsgebäude ist bis zur Einnahme des Sitzplatzes eine medizinische Mund-Nase-Bedeckung oder eine FFP2-Maske zu tragen.


Programm:
Festsaal des Rathauses St. Johann
27.10. Prof. Herbert Jochum (Saarbrücken): Ecclesia und Synagoga. Das Judentum in der christlichen Kunst (9. - 20. Jh.)
Lesecafé der Stadtbibliothek Saarbrücken
03.11. Prof. Dr. Wolfgang Kraus (Regensburg): Das Neue Testament – jüdisch erklärt
10.11. Dr. Norbert Reck (München): Der Jude Jesus und die Zukunft des Christentums
24.11. Dr. Christoph Cluse (Trier): Die jüdischen Gemeinden Speyer, Worms und Mainz als „Heilige Gemeinden“ im Mittelalter
01.12. PD Dr. Martin Vahrenhorst (Saarbrücken): Christliche Hebraisten
08.12. Rabbinerin Prof. Dr. Birgit E. Klein (Heidelberg): Was bleibt? 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland im Streben nach Integration und widerfahrener Ausgrenzung
15.12. Prof. Dr. Martin Meiser (Saarbrücken): Felix Mendelssohn Bartholdy und sein Umfeld
05.01. Mark Krasnov (Wiesbaden): Die „Kindertorah“ – Eine innovative Literaturgattung für den jüdischen Religionsunterricht
12.01. PD Dr. Hans-Joachim Hahn (Basel): Die Alterität des Blicks. Deutschsprachig-jüdische Literatur der Moderne und Gegenwart
19.01. PD Dr. Margit Ernst-Habib (Saarbrücken): „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte“ – Die jüdische Freude am Gesetz als Resonanzraum christlicher Theologie
26.01. Prof. Dr. Michael Brocke (Duisburg): Ein Jahrtausend Umgang mit dem Tod. Jüdische Friedhofskultur in Deutschland
02.02.  Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens (Darmstadt): Aktuelle Dialog-Entwicklungen im Spiegel neuer christlicher und jüdischer Dokumente





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