18. Januar 2022

Neues Bauchzentrum am Diakonie Klinikum Neunkirchen


Ab sofort versorgt ein interdisziplinäres Team - bestehend aus Experten für Innere Medizin und Viszeralchirurgie (Chirurgie des Bauchraumes) - Patientinnen und Patienten die mit Beschwerden im Bauchraum ins Diakonie Klinikum Neunkirchen (DKN) kommen, gemeinsam.

„Bauchschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Manchmal ist ein rascher chirurgischer Eingriff erforderlich -  je nach Diagnose, Schweregrad und der persönlichen Situation des erkrankten Menschen genügt eine medikamentöse Therapie“, fasst der Chefarzt der Inneren Medizin am DKN, Privatdozent Dr. med. Jens Kittner die Beweggründe für die neu gegründete Station des Klinikums zusammen. Mit seinem Kollegen, Privatdozent Dr. med. Thorsten Plusczyk, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, eröffnet er das sogenannte Viszeralmedizinische Zentrum.

„In der Geschichte der Medizin gab es immer eine Trennung zwischen Chirurgen und Internisten. Gerade bei Baucherkrankungen ist das überhaupt nicht sinnvoll“, sind sich Plusczyk und Kittner einig. Plusczyk sieht in der engen Zusammenarbeit mehrere Vorteile: „Die Expertise und enge Kommunikation unserer täglichen gemeinsamen Visite dient dazu, frühzeitig eine schonende und passende Diagnostik durchzuführen und - unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebenssituation- ein individuelles Therapiekonzept zu erstellen und umzusetzen. Auch die Nachsorge führen wir bei Bedarf geplant und ambulant durch.“

Durch die unmittelbar verfügbare radiologische Diagnostik der X-Care Praxen im DKN, mit bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomoraphie (MRT oder Kernspintomographie) sowie die fortschrittlich ausgestatte Endoskopie der Abteilung für Innere Medizin, inklusive der Möglichkeit einen inneren Ultraschall durchzuführen, ermöglichen den Experten eine rasche Diagnosestellung. „Wir verfügen außerdem über sehr moderne OP-Säle und stellen mit unserem qualifizierten Team von vier Oberärzten und sechs Assistenzärzten die Patientenversorgung sicher“, erklärt Gastroenterologe Kittner.

Kittner erinnert sich an einen Fall: „Zu uns kam ein Patient mit unklaren, starken Bauchschmerzen. Das kommt häufig vor, dann geht sozusagen die Detektivarbeit los. Ist es eine einfache Magen-Darm-Grippe, oder steckt zum Beispiel eine akute Durchblutungsstörung des Darmes dahinter, die rasch operiert werden muss? Vielleicht ist es ja „nur“ eine Gastritis, oder aber der Blinddarm ist akut entzündet und muss zügig entfernt werden. Wir konnten durch unser schnelles gemeinsames Handeln verschiedene Ursachen direkt ausschließen und sind zügig zu einer eher ungewöhnlichen Diagnose gekommen: Der Mann litt unter Diabetes mellitus, was bis dato unbekannt war, mit einer sogenannten Pseudoperitonitis – wörtlich eine scheinbare Bauchfellentzündung. Wir konnten seine Beschwerden rasch lindern, den Diabetes gut einstellen und ihn innerhalb kurzer Zeit wieder entlassen.“

Dr. Marc Wrobel, Ärztlicher Direktor des DKN, unterstützt die Zusammenarbeit: „Hier entsteht ein Mehrwert für die Patientinnen und Patienten. Aber auch die Gesundheits- und Krankenpfleger, Azubis, Assistenzärzte und Medizinstudenten im Praktischen Jahr profitieren vom neuen Angebot im DKN: Sie werden im Arbeitsalltag darin geschult, das Wissen beider Fachrichtungen zu kombinieren und langfristig anzuwenden.“





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