28. Dezember 2018

Verabschiedung von Pfr. Jörg Heidmann


In einem festlichen Gottesdienst am 18. November 2018 verabschiedete die Evangelische Kirchengemeinde Ottweiler ihren langjährigen Pfarrer Jörg Heidmann aus dem Pfarrdienst der  Gemeinde nach 28 Jahren. Selbst die Gottesdienstbesucher, die schon seit Jahrzehnten der Kirchengemeinde die Treue halten, konnten sich nicht erinnern, wann die Ottweiler Kirche einmal so voll gewesen war. Es gab Menschen, die draußen warten mussten.

Der Vorsitzende des Presbyteriums, Herr Reinhold Strobel, begrüßte die Gottesdienstbesucher, Pfr. Kern und Pfrin Paaris übernahmen die Eingangsliturgie. Auch die katholischen Kollegen, Pater Otto Kutka und Diakon Munkes, waren in guter ökumenischer Tradition eigebunden. Musikalisch Der Frauenchor „TonArt“, der Ev. Kirchenchor Ottweiler und der Gospelchor Gospelboat“, alle unter der Leitung der Kantorin Frau Bettina Nonnweiler, „verabschiedeten“ sich musikalisch von Pfr. Heidmann. Wieder gelang es unserer Kantorin, die Menschen mit dem Gesang der Chöre zu berühren. Auch die Predigt von Jörg Heidmann ging vielen zu Herzen, als er Stationen seiner Tätigkeit in der Gemeinde ansprach. Superintendent Markus Karsch entpflichtete Pfr. Heidmann von den Aufgaben in der Kirchengemeinde. Mit dem Symbol eines Arztköfferchens (für Kinder) sprach er auch den künftigen Dienst des Kollegen an: Er wird in Zukunft für die Krankenhausseelsorge in den Häusern der Kreuznacher Diakonie zuständig sein, u.a. auch für das Neunkircher Krankenhaus. Gemeinsam sprachen ehrenamtliche und hauptamtliche  MitarbeiterInnen die Fürbitte. Es war ein emotionaler Gottesdienst, manche Träne wurde zerdrückt, manche haben ihre ganz eigenen Erinnerungen an Begegnungen mit ihrem Seelsorger.

Auch der große Saal des Kath. Pfarrheims, in dem die Nachfeier stattfand, platzte aus allen Nähten. Mitglieder des Presbyteriums und die Mitarbeitenden des „Thekenteams“ hatten alles schön vorbereitet, mit einem Glas Sekt wurde auf Jörg Heidmann angestoßen. Edeltrud Krause, frühere Presbyterin und auch lange Vorsitzende des Presbyteriums, eröffnete die Reihe der Grußworte. Sie erinnerte an gemeinsam bestandene Herausforderungen, etwa den Konflikt um die Lieder des Glocken spiels in den 90er Jahren. Der Bürgermeister der Stadt Illingen, Dr. Armin König, und in Vertretung des Ottweiler Bürgermeisters, Ortsvorsteher Michael Schmidt überbrachten Grüße und Wünsche der Kommunen, ebenso wie der Schiffweiler Bürgermeister Markus Fuchs.

Eine Gruppe aus Stennweiler hatte extra ein Lied gedichtet und vorgetragen, „Hey Jörg“, in Anlehnung an das Beatles- Lied „Hey Jude“. Presbyter Stefan Stein begleitete auf der Gitarre, Presbyter Marko Becker hatte die Rolle des Dirigenten übernommen. Immer wieder erstaunlich, welche Talente noch schlummern in unserer Gemeinde. Karin Wehowsky, frühere Gemeindereferentin der kath. Schwestergemeinde „Maria Geburt“, erinnerte auch an Projekte, die Pfr, Heidmann mit initiiert hatte, etwa die Taize-Gebete. Überhaupt spielten auch die ökumenischen Kontakte eine Rolle. Der frühere Pfarrer der kath. Ottweiler Pfarrgemeinde, Erwin Recktenwald, erinnerte an die Unterzeichnung der „Ökumenischen Vereinbarung“ zwischen den beiden Gemeinden, aber an private Erlebnisse. Das Klettern und die Liebe zu den Bergen verbinden die beiden.

Der Jugendausschuss hatte auch etwas vorbereitet. Eine geheimnisvolle Kiste hatten sie mitgebracht, die aber noch nicht geöffnet werden durfte. Die Ausschussmitglieder wollten die Mitglieder „ihren“ Pfarrer noch einmal gesondert verabschieden. Auch Frau Katja Scherer, hauptamtliche Jugendmitarbeiterin der Gemeinde und seit 25 Jahren für die Jugendarbeit unserer Gemeinde überwiegend verantwortlich, fand Worte des Danks für eine lange und gute Zusammenarbeit zugunsten der jungen Menschen. Natürlich gab es auch Grüße und Geschenke seitens der Kirchengemeinde. Reinhold Strobel überreichte in seiner Funktion als Vorsitzender des Presbyteriums ein Paar „krachneue“ Wanderschuhe bzw. einen Gutschein dafür, dazu noch eine Flasche „geistiges Getränk“ für die Ruhepause nach der Wanderung. Als persönliches Geschenk der Presbyterinnen und Presbyter überreichte Giesela Lefèbvre-Schmitt ebenfalls etwas zu trinken, nicht so hochprozentig, dafür moussierend: einige Flaschen Sekt.

Weitere Gruß- bzw. Abschiedsworte kamen auch von den Gruppen und Kreisen, u.a. den Frauenhilfen in Ottweiler und Stennweiler. Pfr. Kern dankte seinem Kollegen für 28 Jahre guter Zusammenarbeit, erinnerte u.a. an die Friedensgebete anlässlich des Jugoslawienkrieges und des Golfkrieges. Er und Jörg Heidmann hätten sich bei aller individueller und auch theologischer Unterschiedlichkeit oft und gut ergänzt. Das bestätigte auch Pfr. Heidmann selbst in seinen Dankesworten am Schluss. Es war ein festlicher Abschied, mit einem weinenden Auge, weil er nun nicht mehr bei uns im Dienst ist, aber auch mit dem Trost: Er ist ja nicht weg, er arbeitet nur nicht mehr in unserer Gemeinde.

Ein großes Dankeschön an alle, die bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes und der Nachfeier beteiligt waren. Jörg Heidmann für seinen  weiteren Weg als Pfarrer Gottes reichen Segen!





Zurück