11. November 2017

Liebe Gemeinde,


irgendwie schienen Frühling und Sommer in unserem Gemeindeleben diesmal besonders schnell vorüber zu ziehen, jedenfalls für diejenigen, die sich um seine  Entwicklung bemühen. Es gab so unendlich viel zu betrachten, genau anzuschauen, auch zu korrigieren, zu entscheiden, Weichen umzustellen, auch Wunden zu heilen.

Da fällt mir spontan die Situation unseres Kindergartens in Steinbach ein. Es gab deutliche Kritik von Eltern. Schon wieder schied eine Leiterin aus ihrem Amt. Das Presbyterium griff sofort ein. Letztendliches Ergebnis war, dass die Gemeinde Ottweiler dem Verbund evangelischer Kindertageseinrichtungen im Saarland (VEKIS) beitreten wird, und zwar mit Wirkung vom 1. Januar 2018. Dieser VEKIS wurde von unseren beiden Kirchenkreisen Saar-Ost und Saar-West ins Leben gerufen. Er ist also Teil unserer Kirche. Wir werden ab dem 1. Janu-ar 2017 unsere beiden Kindergärten in den VEKIS einbinden. Das bedeutet für uns, dass der VEKIS Träger unserer Einrichtungen sein wird. Das Presbyterium hat sich dazu entschieden, weil deutlich wurde, dass wir als Laien den spezifischen immer vielfältiger werdenden Problemstellungen solcher Einrichtungen nicht immer gewachsen sind. Für alle Betroffenen steht das Wohl der uns anvertrauten Kinder an oberster Stelle. Der VEKIS sorgte dafür, dass in Steinbach sofort eine kommissarische Leiterin eingesetzt wurde. Es ist Frau Christine Edel aus Stennweiler, übrigens Mitglied unserer Kirchengemeinde. Eltern und Mitarbeiterinnen äußern sich mittlerweile nur positiv. Auch in unserem Kindergarten in Ottweiler werden die Beschäftigten in Zukunft nur mit Fachleuten ihre Probleme erörtern. Die Zeit des kleinen beschaulichen Kindergartens auf dem Land ist nun mal vorbei. Bleibt noch festzustellen, dass die religionspädagogische Betreuung in beiden Kindergärten weiterhin von unseren Pfarrern durchgeführt wird. Damit sind wir als Gemeinde sozusagen immer irgendwie anwesend. Auch die Einbindung in das Leben der jeweiligen Ortsgemeinde, also die Individualität unserer Einrichtungen, bleibt in vollem Umfang erhalten. Wir wünschen allen Menschen, die sich um das Wohl unserer Kinder sorgen, Gottes Segen.

Fast alle evangelischen Kindergärten im Saarland gehören dem VEKIS an.

 

Auch eine andere Sache verlief irgendwie ganz schnell. Unser Pfar-rer Martin Beckschulte verkündete, dass er sein Leben neu ausrich-ten werde, er werde die Kirchengemeinde Ottweiler verlassen. Aus persönlichen Gründen traf er diese Entscheidung. Nach mehr als 13 Jahren in Ottweiler wird er eine neue Stelle im Hunsrück antreten. Im Kirchenkreis Trier wird er in der Evang. Kirchengemeinde Wir-schweiler-Allenbach-Sensweiler ab November als Gemeindepfarrer wirken. In unserer Gemeinde hat er viele tiefe Spuren hinterlassen. Das wurde bei seiner Verabschiedung am 24. September deutlich, insbesondere bei der Nachfeier im katholischen Pfarrheim. Der Kin-dergarten Ottweiler zeigte in bewegender Art, wo einer der Schwer-punkte der Arbeit von Martin Beckschulte lag. Möge Gott ihn auf seinem neuen Weg begleiten.

 

Gleich, nachdem Pfarrer Beckschulte seinen Weggang im Presby-terium bekannt gab, entschieden sich alle PresbyterInnen dafür, diese Stelle wieder als ganze Stelle zu besetzen. Das umfangreiche Verfahren hierfür ist mittlerweile angelaufen. Voraussichtlich im No-vember wird die Ausschreibung der Pfarrstelle im kirchlichen Amts-blatt veröffentlicht. Mit großer Spannung warten wir auf Bewerbun-gen. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Gemeinde mit vielen aufgeschlossenen Menschen, mit zahlreichen Gruppen und Kreisen, mit toller Kirchenmusik, mit einem fleißigen und ideenreichen Pres-byterium und mit zwei guten Pfarrern viel zu bieten haben. Einer viel-leicht jungen Familie offeriert unsere Stadt Lebensqualität.

Ansonsten hat das Presbyterium noch eine weitere Voraussetzung zur Stellenausschreibung erfüllt. Die Gemeindekonzeption wurde fertiggestellt. Am 15. Oktober wird sie in einer Gemeindeversamm-lung vorgestellt.

 

 

Während der Kreissynode am 3./4. November wird der/die Nachfol-gerIn unseres Superintendenten, Pfarrer Gerhard Köpke, gewählt. Mitte März 2018 wird er in Ruhestand gehen. Wir verlieren einen guten Freund. Aber, so Gott will, werden wir eine(n) neue(n) Freund(in) bekommen.

 

Ein anderer Umstand ist jetzt doch auch schnell wahr geworden: Die Kirche in Stennweiler wird am 8. Oktober in einem Zentralgottes-dienst entwidmet. Einige uns wichtige sakrale Gegenstände werden wir im Anschluss an den Gottesdienst in unseren neuen Gemeinde-Raum in der Lindenhalle tragen. Es wird sicher wieder eine bewe-gende Veranstaltung.

 

An dieser Stelle möchte ich etwas berichten, welches Sorge und letztendlich Freude beinhaltet. Normalerweise hätte ja Pfarrer Jörg Heidmann diesen letzten Gottesdienst in der Stennweiler Kirche geleitet. Aber vor ein paar Wochen hat sein Herz-Kreislauf-System Einhalt geboten. Also erst Mal zu Hause bleiben - und Ruhe einkehren lassen. Mittlerweile befindet er sich in einer Klinik am Bodensee. Er widmet sich der Genesung. Es geht ihm gut. Er grüßt hiermit die gesamte Gemeinde herzlich. Viele Menschen haben ihm Genesungswünsche übermittelt. Das hat ihn sehr gefreut und er bedankt sich dafür. Wir können darauf bauen, dass er bald wieder seinen Dienst als Pfarrer antreten wird. Dann wird auch in Stennweiler eine weitere Veranstaltung folgen. In einem feierlichen Gottesdienst mit anschließenden gemütlichen Beisammensein werden wir den neuen Gemeinderaum offiziell „einnehmen“. Jörg Heidmann wird den Gottesdienst durchführen.

 

In der Zeit der Krankheit von Pfarrer Heidmann und der Vakanz der freien Stelle  verrichtet Pfarrer Kern, soweit es ihm möglich ist, den gesamten Pfarrer-Dienst. Gottseidank war er spontan bereit, seine halbe Stelle auf ganze Stelle zu erweitern, bis wieder ein/e dritte/r PfarrerIn im Dienst sein wird. Alle werden verstehen, dass er selbst-verständlich nicht zweieinhalb Pfarrer-Stellen ersetzen kann. Allen Gemeindegliedern, die der Seelsorge bedürfen, steht er zu Verfügung.

Zum Schluss möchte ich Rainer Maria Rilke zitieren. Zwei Strophen, welche auf wunderschöne Weise die Stimmung dieser besinnlichen Jahreszeit widerspiegeln.

 

Herbsttag

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

 

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,

Und auf den Fluren lass die Winde los.

 

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;

Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,

Dränge sie zur Vollendung hin und jage

Die letzte Süße in den schweren Wein.

 

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,

wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben

und wird in den Alleen hin und her

unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

 

Herzliche Grüße

Reinhold Strobel, Vorsitzender des Presbyteriums





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