12. November 2017

Die Evangelische Kirchengemeinde feierte den Reformationstag


Ottweiler. Als Martin Luther 1517 seine 95 Thesen veröffentlichte, veränderte dies die Welt. Gleichzeitig war dies der Beginn des Weges in die Moderne. Mit seinen Thesen zog der Theologie-Professor (1483-1546) aus Wittenberg unter anderem gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche zu Felde. Denn aus Angst vor dem Fegefeuer kauften die Menschen damals Ablassbriefe, um sich von ihren Sünden zu befreien - für den Papst eine lukrative Einnahmequelle.

Die Reformation gehört zu den wichtigsten politischen und geistesgeschichtlichen Bewegungen Europas. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts beendete sie die Vorherrschaft des Papstes und markierte den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit. Die Veröffentlichung der Thesen Luthers jährte sich am 31. Oktober 2017 zum 500. Mal. Dass dieses Datum zum bundesweiten Feiertag ausgerufen wurde, zeigt eindrucksvoll die hohe Bedeutung, die die Reformation bis heute hat.

Auch die Evangelische Kirchengemeinde Ottweiler, die selbst auf eine lange protestantische Geschichte zurückblicken kann, nahm dieses Jubiläum zum Anlass, um groß zu feiern. Die Feierlichkeiten bildeten den krönender Abschluss eines vielfältigen Angebotes an Aktionen und Veranstaltungen in den vergangenen Monaten. Das Presbyterium bot zusammen mit den beiden Pfarrern Jörg Heidmann und Erhard Kern mit Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ein sehr abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit!“. Der Tag begann mit einem großen Festgottesdienst um 10.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Ottweiler, der von den beiden Pfarrern zusammen mit dem  Pater Otto Kutka von der katholischen Kirchengemeinde Ottweiler Maria Geburt gestaltet wurde.  Es nahmen auch viele katholische Schwestern und Brüder an dem Gottesdienst teil. Dies ist zugleich Ausdruck des guten und vertrauensvollen Verhältnisses  sowie gelebter Ökumene der beiden christlichen Kirchengemeinden in Ottweiler.

Der Feiertag setzte sich bereits am frühen Nachmittag fort und endete schließlich mit einer langen „Nacht der Reformation“.  Gefeiert wurde den ganzen Tag in der Evangelischen Kirche Ottweiler bzw. Kirchenkeller und Festzelt.  Die große Zahl der Besucher war überwältigend, worüber sich die Veranstalter natürlich sehr freuten. Reinhold Strobel, der Vorsitzende des Presbyteriums,  begrüßte zusammen mit Presbyter Marko Becker die vielen Gäste.

Es gab zunächst tolle und rührende Beiträge der Evangelischen Kindertagesstätten aus Ottweiler und Steinbach. Die Kinder erfreuten alle mit Ihren Liedern, die sie mit den Leiterinnen der Kindertagesstätten, Barbara Brennemann (Ottweiler) sowie Christine Edel (Steinbach) und deren Mitarbeiterinnen darboten.

Auch der spannende Markt der Möglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit um Katja Scherer faszinierte nicht nur die jungen Besucher. An vielen Stationen ließ sich auf unterhaltsame und spielerische Weise verschiedene Merkmale von Reformation und Kirche konkret auf eine besondere Art erfahren.

Das Programm hat für jeden Geschmack was zu bieten, Musik mit "Liedcha un so", dem Chor der Häuser im Eichenwäldchen, eine Bilderbuchbetrachtung, eine mit viel Humor gespielte Szene (Susanne Jerrentrup-Faires als Katharina Luther, Jörg Heidmann als Martin Luther und Marko Becker als Friedrich der Weise von Sachsen), Texte zum Thema Reformation sowie ein Taizé-Gebet. Sehr beliebt waren auch die vielfältigen musikalischen Beiträge unter der Leitung von Kantorin Bettina Nonnweiler: So begeisterte die Kirchenmusikerin die Besucher zunächst mit festlicher Orgelmusik. Der Frauenchor „TonArt“, der Kirchenchor Ottweiler, der Kirchenchor Hirzweiler/Welschbach und Kirchenchor Steinbach sowie der Gospelchor „GospelBoat“ präsentierten dem begeisterten Publikum ihr ganzes Können. Für Speis und Trank war bestens gesorgt. Nachmittags gab es ein großes Kuchenbuffet mit Kaffee und abends warme und kalte Leckereien mit  passenden Getränken. Der lange und dennoch kurzweilige Tag klang schließlich mit in einem gemütlichen Beisammensein bei Gitarrenmusik und Liedern aus.


Insgesamt präsentierte sich die Evangelische Kirchengemeinde als toller Gastgeber und zeigte die lebendige Vielfalt ihres umfangreichen Angebotes für Groß und Klein. Es bleibt die Hoffnung, dass sich viele Menschen in und um Ottweiler inspirieren lassen – ob zum Besuch der Gottesdienste, zum Mitsingen in einem der Chöre, zum Mitmachen bei den Kinder- und Jugendgruppen oder in einer der anderen Gruppen. Die Kirchengemeinde Ottweiler freut sich über alle, die bereits dabei sind und neu dazu kommen. Ein herzlicher Dank geht an die vielen Helferinnen und Helfer, die durch ihr großes Engagement vor unter hinter den Kulissen gemeinsam zum Gelingen des Reformationsjubiläums beigetragen haben.





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